Sonntag, 9. September 2007 - 23:03 Uhr
Vollständig und zufrieden zurück - die Schweiz hat uns wieder
Heute um 16.25 Uhr sind wir in Zürich gelandet. Dass die Chancen gut stehen diesmal vollzählig - das heisst mit Bikes anzukommen haben wir bereits beim Beobachten des Gepäckverlads in unseren Vogel in London beobachtet. Et voilà - als letzte Gepäcksstücke erscheinen auch unsere drei Bikekisten auf dem Förderband. Peters und meine Kiste wurden von der US Flugsicherheitsbehörde untersucht - die neu angebrachten weissen Klebbänder zeugen davon. Die Kiste von Lisbeth ist ungeschoren davongekommen.
Bei der Passkontrolle und am Zoll werden wir einfach durchgewunken - wir sind wieder daheim in der ach so grünen Schweiz (vegetativ und landschaftlich verstanden.)
Wir geniessen es, uns ab Kloten bis Langenthal der SBB anvertrauen zu können. Kein Auto mieten, kein Suchen des Weges, kein überbreites Fahrzeug mit toten Winkeln im Rückspiegel - einfach in den Sitzen hängen und die Ferien revuepassieren lassen. Wäre ja zu idillisch - im Kopf beginnen bereits die Fragen zur kommenden Arbeitswoche zu kreisen.
Damit liebe Leserin, lieber Leser findet dieser Blog sein definitives Ende. Die schönsten Schnappschüsse der USA Bikereise 2007 werden bei Gelegenheit auf dieser Homepage publiziert. Schau bei Gelegenheit vorbei.
Samstag, 8. September 2007 - 06:49 Uhr
Verpacken für die Heimreise

Nach der Ankunft in Strasburg - dem lärmigen Campground ca 40 Meilen östlich von Denver galt es beim schwindenenden Tageslicht unsere Räder wieder reisefertig zu machen.
Wir haben sie mit Bluber-ruber, ruberwrap, wraberrup oder wie das Polstermaterial nun schon wieder heisst an den neuralgischen Stellen gut eingewickelt und in den Kisten zusammen mit dem Kleinmaterial verstaut. Ach ja, das Zeugs heisst bubble-wrap.
Die Bikes sind nun bereit die Reise zurück in die Schweiz anzutreten. Wir übrigens auch.
Samstag, 8. September 2007 - 06:40 Uhr
Hoppeln im Rabbitvalley

Fruita ist bekannt als der Start des Kokopelli Biketrails, der sich in 5 Etappen bis nach Moab runter zieht. Den Start des Trail haben wir als Marys- und Lionsloop bereits bei unserem letzten Besuch der USA gefahren.
Heute sind wir auf dem Highway 70 wieder in Richtung Utah bis kurz vor die Grenze ins Rabbitvalley gefahren. Hier endet die erste Etappe des Kokopellitrails.
Hasen haben wir keine gesehen, dafür selber zu ein paar Bunnyhoops angesetzt. Die stark gewellten Trails in diesem Teil der McInnis Canyons Management Area sind prädestiniert um mit dem Bike zu kurzen und langen Höhenflügen anzusetzten.
Kurz vor Mittag haben wir uns auf die Reise nach Dennver gemacht. 160 Meilen quer durch die Rocky Mountains von Colorado galt es zurückzulegen. Leider war der vorgesehene Campground im Cherry Chreek bereits total ausgebucht. So mussten wir nach einem Ersatz suchen und haben in auch gefunden - leider etwas ausser halb von Denver am lärmigen 70er Highway.
Samstag, 8. September 2007 - 06:00 Uhr
(beinahe) The End

Möglicherweise hätte dieser Blog im Mill-Creek Canyon oberhalb von Salt Lake City ein unglückliches Ende nehmen können.
Glücklicherweise ist die Aufnahme nur gestellt. Gleich neben dem Wanderweg haben wir einen Hightechpfeil gefunden. Einige Amerikaner sind dazu übergegangen wie die alten Ureinwohner mit Pfeil und Bogen zu jagen. Wie vieles anderes im Outdoorbereich ist auch diese Art Jagd reglementiert. Damit die Bogenschützen überhaupt eine Chance auf einen Abschuss haben, findet die diese Art Jagd vor der Jagd mit Flinten und Gewehren statt. Zufälligerweise sind wir mitten in der Pfeil- und Bogenjagdsaison auf gegangen Wanderung. Nehmen wir mal an, dass die Jäger das Ziel zweifelsfrei erkennen bevor sie den Pfeil von der Sehne des Bogens schnellen lassen.
Entweder hat der abgebildete Pfeil sein Ziel verfehlt oder er ist schlicht und einfach aus dem Köcher gefallen. Zweiteres ist naheliegend, da der Pfeil unmittelbar neben dem Wanderweg lag.
Freitag, 7. September 2007 - 00:13 Uhr
Ungewöhnlicher Besuch in Salt Lake City

Nach dem Slickrocktrail sind wir am 3. September von Moab nach Salt Lake City zu Kathy und Joe gefahren.
Sie waren echt erfreut uns wieder einmal zu sehen. Aber oh weh. Wie wir am 4. September aufgestanden sind versagt die Hauswasserpumpe den Dienst. Das heisst, kein Wasser mehr im Haus. Beim Nachbar können wir in grossen Jugs Wasser holen gehen. Kurz nach dem zMorgen wird einem auch bewusst, dass die Klospühlung mit Wasser funktioniert - also muss noch mehr Wasser geholt werden. Nachbars Hund frisst Gras. Jack weiss dieses Verhalten nicht zu deuten. Wir sagen ihm einen Wetterwechsel mit Gewitter voraus. Auf jedenfall kann man in der Schweiz davon ausgehen, wenn Hunde Gras fressen.
Nach einer Wanderung im Millcreek-Canyon kehren wir nach Hause zurück. Es donnert leicht im Westen. Urplötzlich fegen gewaltige Böen durch den Canyon. Alles was nicht niet und nagelfest ist wird mitgerissen. Bäume stürzen um, Stromkabel werden runtergerissen und somit ist auch der Strom weg. So etwas hätten sie noch nie erlebt bestätigen Joe und Kathy. Wir finden es weiter nicht schlimm nach den Erlebnissen in Pueblo.
Ok so verbringen wir eine Nacht ohne Strom und ohne Wasser - für duschgewohnte, microwellen- und kühlschrankverwöhnte Amerikaner beinahe ein einschneidendes Erlebnis.
Nach der Normalisierung der Lage sind wir heute morgen am 6. September von Salt Lake City nach Fruita bei Grand Junktion gefahren. Wir werden an einem idillischen Reservoir campen und haben bereits bei einem Bikeshop ersatz für unsere Bikeboxen beschaffen können. Der Rückkehr in die Schweiz in 50 h steht nichts mehr im Weg.
Montag, 3. September 2007 - 04:18 Uhr
Besuch der Geminibridges

Dass wir am Sonntag nicht nur Motorenlärm und Staub erlebt haben soll dieses Bild illustrieren. Bei Sonnenaufgang sind beim Trailhead des Geminibridgestrail an der US 191 gut 10 km nörlich von Moab losgefahren.
Auf einer holprigen und mit Sandtaschen durchsetzten Fahrstrasse sind wir durch einen eindrücklichen Canyon zu den Geminibridges gefahren - zwei grosse, mit dem Bike befahrbare Steinbrücken. Auf dem Hinweg haben wir die Stille der Halbwüste und die kühle Vormittagsluft genossen. Auf dem Rückweg war es dann lauter, staubiger und etwas weniger einsam. Dafür haben wir einen guten Eindruck erhalten, an was ein Teil der amerikanischen Bevölkerung in der Freizeit Freude hat.
Morgen bei Sonnenaufgang fahren wir den 20 km langen Slickrocktrail oberhalb von Moab bevor wir die 5 stündige Fahrt nach Salt Lake City antreten.
Montag, 3. September 2007 - 04:09 Uhr
Es dröhnt und stäubt im Canyonland

Gestern habe ich im Bericht erwähnt, dass es in Moab am Laber Day Weekend von Jeeps, Quads und Motocrossmaschinen nur so wimmelt.
Heute haben wir nun auf dem Rückweg von den Geminibridges erleben können, mit welchem Gedröne die Dinger unterwegs sind und welche Staubfahnen sie aufwirbeln. Das Bild zeigt einen Jeep der noch harmloseren Sorte.
Auf den unbefestigten, staubigen und extrem holprigen Trails hat es vom luxeriösen Lexus SUV bis zum Wüstenboogie alles unterwegs. Mit einigem Erstauen haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Herren der Schöpfung bei Kreuzen von Mountainbikern vollständig vom Gas gehen mit entsprechender positiver Auswirkung auf die Staubentwicklung, während die weiblichen Pilotinnen mit der Bleifussmethode vergeblich nach Anerkennung bei den hustenden Bikern suchen.
Sonntag, 2. September 2007 - 02:05 Uhr
Vom Schafercanyon zur Potashmine

Wie gestern gab es auch heute wieder früh Tagwacht. Mit dem Camper sind wir zum Parkeingang des Canyonlands-Nationalparks südwestlich von Moab gefahren. Eine Fahrt von gut 50 km.
Unmittelbar nach der Parkeinfahrt beginnt der Schafertrail, der sich zuerst über eine Terasse entlang riesiger Sandsteinklippen und dann in mehreren Serpentinen in den Schafercanyon runter windet. In der kühlen und klaren Morgenluft ist die landschaftlich einmalige Abfahrt ein Riesengenuss.
Anstatt dem bekannten With Rime Trail wenden wir uns Potash zu. Auf einer Geländestufe ca 100 Höhenmeter über dem Coloradoriver folgt der Jeeptrail dem Colorado flussaufwärts bis zur Kalimine von Potash. Mit Coloradowasser wird in 1000 m Tiefe Kalisalz gelöst und in riesigen Becken von über 300 ha Grösse die Sole verdampft. Das getrocknete und gemahlene Kalisalz (zwischen 1000 und 1500t werden täglich hergestellt) wir den Farmern im Westen der USA verkauft.
Während Peter und Lisbeth der 19 Meilen langen Potash Road nach Moab folgen, ist für mich wieder der Aufstieg zurück aufs Plateau angesagt. Durch den Long Canyon überwinde ich die 700 Höhenmeter mit beträchtlichem Flüssigkeitsverbrauch. Die Temperatur ist inzwischen auf deutlich über 30 °C angestiegen und die Sonne brennt unbarmherzig in den windstillen Canyon.
Bei schönstem Wetter und ziemlich starkem Wüstenwind geniessen wir den Nachmittag mit Faulenzen währenddessen die Wüste mit ihren Trails von unzähligen Quad- und Jeepfahreren unsicher gemacht wird. Am Montag ist Laber Day und viele Outdoorfans geniessen das verlängerte Weekend um ihre motorisierten Lieblinge auszuführen.
Freitag, 31. August 2007 - 23:57 Uhr
Porcupinerim - der Schüttelbecher

Erst in den Morgenstunden des letzten Augusttages ist die Temperatur spürbar zurückgegangen. Der Start beim Slickrocktrailhead zur Porcupinetour ist folgedessen angenehm. Die Sandflattroad steigt stetig an ohne dass man sich dessen inmitten der roten Sandsteinformationen bewusst ist. Nach 6 Meilen Fahrt auf Schotterstrasse ist das Einrollen vorüber. Peter und ich wählen den Porcupinetrail während Lisbeth auf der Sandflat Road noch ein Stückchen weiterfährt.
Für die Weiterfahrt auf dem Porcupinetrail ist volle Konzentration gefragt. Sandsteinplatten wechseln sich mit sandigen Taschen ab. Dazwischen liegt immer wieder loses Geröll. Fahrfehler darf man sich keine leisten. Das Gelände holt einem sofort aus dem Sattel.
Der Blick vom Klippenrand ins Casteltowervalley ist überwältigend, auch bei bedecktem Himmel. Endlos gehts nun schüttelnd und holpernd bis zum Coloradoriver runter. Ein Hoch auf die vollgefederten Bikes (Wahrscheinlich mussten früher die Biker nach einer solchen Tour von einer Hirnerschütterung und Handgelenksentzündungen kurriert werden). Nach knapp 40 km fahren wir um die Mittagszeit in Moab ein.
Den Nachmittag verbringen wir mit Siesta machen - schliesslich haben wir Ferien.
Freitag, 31. August 2007 - 02:22 Uhr
Niederdruckreifen sind gefragt

Heute morgen haben wir Durango verlassen und sind westwärts, vorbei am Mesa Verde Nationalpark über Cortez und Monticello nach Moab gefahren. Da wir schon kurz nach Mittag in das Land des roten Sandsteins gelangten, haben wir uns entschlossen ca. 30 Meilen vor Moab auf einem neu erschlossenen Trailsystem Erfahrungen mit dem Biken in der Halbwüste zu sammeln.
Nach der Einfahrt in den Trail sind wir gleich mal im Sand stecken geblieben. 3,5 bar Reifendruck ist in sandigen Bodenverhältnissen viel zu viel. So haben wir mal gehörig Druck reduziert und siehe da - nun rollte es, wenn auch mit beträchtlichem Widerstand. Die Hitze war gewaltig. So um die 35°C und weit und breit kein schattenspendender Baum in Sicht. Die struppigen Sträucher sind nur kniehoch. Wir werden die folgenden Tage die kühlen Morgenstunden fürs Biken nutzen. Wie beim Skitüürelen heisst es nun vor Sonnenaufgang aus den Federn.
Und noch was, selbst bei der herrschenden Hitze ist die Szenerie einfach überwältigend.
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